Bücher

NEU:

MULDENTAL

Deutschland, Anfang der Neunzigerjahre. Für die einen begann die Zeit der großen Freiheit, für andere der Anfang vom Ende. Zehn Geschichten vom Versuch und Scheitern, von Schuld und möglichen Auswegen.

MULDENTAL erschienen am 10. März 2014 im Graf Verlag

 

“Wie schon in ihrem Roman beeindruckt Daniela Krien mit Präzision in Sprache, Handlung und Psychologie. Dieser auf das Wesentliche reduzierte Zusammenklang macht die Figuren so glaubwürdig wie die Geschichten plausibel. Und das Ganze so überwältigend.”

Janina Fleischer, Leipziger Volkszeitung

 

“…vielleicht ist das die eigentliche Geburt der Schriftstellerin Daniela Krien…”

Michael Hametner auf MDR Figaro

 

“Packend.”

Regula Freuler, Neue Zürcher Zeitung

 

 

IRGENDWANN WERDEN WIR UNS ALLES ERZÄHLEN

Roman, erschienen am 16. September 2011 im Graf Verlag

Erster Platz des 1. Jungen Literaturpreises in Pfaffenhofen an der Ilm

“In unseren Zeiten der Angst vor Gefühlen, der Angst vieler Autoren, sie könnten sprachlich entgleiten und in der Gefühligkeit landen, ist dieses Buch eine eigenwillige Ausnahme. Daniela Krien muss sich nicht ironisch distanzieren von ihrem Paar, von den Bauern, der Großmutter, sondern schreibt sich mitten hinein in Scham und Lust und Landleben, in Unsicherheit und Hoffnung. Auch mit (wohl dosiertem) Pathos. Und bannt uns Leser mit ihrer unbestechlichen Aufrichtigkeit.”

Gabriele von Arnim, für Deutschlandradio Kultur

 

Inhalt:

„Es gibt Dinge, die können gleich erzählt werden, andere haben ihre eigene Zeit, und manche sind unsagbar.“

1990, ein Bauerndorf nahe der deutsch-deutschen Grenze, die gerade keine mehr ist. In ihrem literarischen Debüt schildert Daniela Krien eine Liebesgeschichte von archaischer Wucht, die Zeitgeschehen und Existentielles  miteinander verschränkt.

Maria wird bald siebzehn, sie wohnt mit Johannes auf dem Hof seiner Eltern, in den „Spinnenzimmern“ unterm Dach. Sie ist zart und verträumt, verkriecht sich lieber mit den „Brüdern Karamasow“ als in die Schule zu gehen. Auf dem Nachbarhof lebt der vierzigjährige Henner, allein. Die Leute aus dem Dorf sind argwöhnisch: Eine Tragik, die mit seiner Vergangenheit zu tun hat, umgibt ihn; gleichzeitig ist er ein Mann, dessen charismatische Ausstrahlung Eifersucht erregt.

Ein zufälliger Blick eines Tages, eine zufällige Berührung an einem andern lösen in Maria eine Sehnsucht aus, die fremd und übermächtig ist und sie daher wie von höherer Gewalt  geleitet in Henners Haus und in seine Arme treibt…

 

Noch nie habe ich so wenig gebraucht und so sehr mir selbst genügt wie an den Tagen mit ihm. Essen, schlafen, lieben, lesen, arbeiten. Mehr ist es nicht. Und es ist doch alles.“

Daniela Kriens literarisches Debüt erinnert in seiner Geschlossenheit an eine klassische Novelle: eine „unerhörte Begebenheit“ versetzt ihre Protagonisten in einen Ausnahmezustand, der einen Sommer lang anhält. Es ist eine Liebesgeschichte, die in ihrer Wucht und Intensität das tragische Ende von vornherein in jeder Zeile spüren lässt und dabei bis zum Schluss äußerst spannend bleibt. Es ist ein Wenderoman, der das Ende der DDR quasi beiläufig erzählt: Denn für die Ich-Erzählerin gibt es Existentielles, was den historischen Moment zur Nebensache werden lässt. Die Autorin stellt hier jede einzelne Figur als vom System geprägte dar, auch wenn dies vordergründig nie Thema ist.

Sprachlich karg und dabei von einer allgegenwärtigen Sinnlichkeit, wird in dieser ländlichen, archaischen, ebenso schönen wie düsteren Welt alles spürbar, sichtbar, riechbar. Die sommerlichen Weizenfelder, die vom Heu und den Mückenstichen juckenden Beine, das Summen des Kühlschranks in der Küche, der staubige, heiße Dachboden, das „zarte, saftige Stück Fleisch“, der „wild nach Zitronen duftende Kuchen“, die frische rote Paprika. Alles vibriert, die Landschaft und das Wetter, das Essen und die Interieurs sieht man wie in einem Film vor sich.

Es ist eine Geschichte, in der fast nichts passiert, und die doch das Leben der Beteiligten innerhalb eines einzigen Sommers aus den Angeln hebt.

 

Tanja Graf